Di. Dez 7th, 2021

Mainz (ots) – Die Brutalität des Kampfes um die politische Macht ist viel beschworen. Selten aber kann sie so anschaulich verfolgt werden wie beim beinharten Ringen um die Kanzlerkandidatur der Union. Hier der skrupellose Markus Söder, mit dem man keine Absprachen treffen kann und der seine eigenen Ankündigungen Lügen straft – eher Wrestler als ein auf Regeln eingeschworener Boxkämpfer. Dort der stets unterschätzte Armin Laschet, dessen unglaubliche Nehmerqualitäten ihn schon mehrfach zum Sieg geführt haben. Die Betrachtung politischer Machtkämpfe unter der Gladiatorenperspektive blendet allerdings aus, worum es in diesem Kampf politisch geht. Markus Söder versucht mit aller Gewalt, die Auswahlprinzipien der Parteiendemokratie durch ein darwinistisches “Lasst jetzt einfach mal den Stärksten ran” zu ersetzen. Er versucht dabei erkennbar, die Erfolge des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu kopieren. Ohne Blick darauf, wie nachhaltig dieses “Konzept” des Volkstribuns ist und wie sehr es die politische Ordnung der Bundesrepublik über den Haufen werfen kann. Alle, die in der Union Söder nachlaufen – und mit jedem Tag laufen ihm mehr nach -, tragen nicht nur Verantwortung dafür, ob die CDU schon wieder im Rekordtempo einen Parteivorsitzenden verschleißt. Sie sollten sich auch klar darüber sein, dass hier einer in einer Weise durchregieren will, wie das unsere politische Ordnung gar nicht vorsieht. Im Angesicht der blanken Angst um den Machtverlust ist das allerdings ein Hinweis, der wahrscheinlich kaum Gehör findet.

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