Mo. Sep 20th, 2021

Auch 2021 wird am 28. Juli der Welt-Hepatitis-Tag begangen. Bei einer Hepatitis-Infektion ist die Früherkennung besonders wichtig, denn unerkannt und unbehandelt kann z. B. eine Hepatitis B zu Schrumpfleber und der Entstehung von Leberkrebs führen. Der weltweite Aktionstag verfolgt das Ziel, die Bevölkerung für das Thema Hepatitis zu sensibilisieren und über Vorbeugung, Erkrankung, Folgeschäden sowie sinnvolle Schutzmöglichkeiten aufzuklären.

Hepatitis-Viren sind weltweit verbreitet und können unterschiedlich schwere Entzündungen der Leber hervorrufen. Die Virushepatitis wird durch die Virusarten A, B, C, D, E ausgelöst. Durch die weltweite Verbreitung gehört die Hepatitis B zu den häufigsten Infektionskrankheiten.

Übertragungswege und Symptome einer Hepatitis B

Das Hepatitis-B-Virus wird über Körperflüssigkeiten, vor allem über Blut und Sperma, übertragen. Ist die Erregerzahl im Blut sehr hoch, können unter anderem auch Speichel und Tränenflüssigkeit infektiös sein. Die Übertragung findet hauptsächlich über ungeschützte Intimkontakte statt. Zu den weiteren Ansteckungswegen zählen die gemeinsame Nutzung von z. B. Nagel-scheren, Nagelfeilen und Handtüchern, sowie kosmetische Eingriffe (z. B. Tätowierungen, Piercing, Maniküre) oder die Behandlung mit unsterilen Instrumenten im medizinischen Bereich. Die Ansteckung von einer infizierten Schwangeren auf das Neugeborene ist vor allem in Drittweltländern häufig. Der Verlauf einer Hepatitis-B-Infektion kann sehr unterschiedlich sein, Von symptomlosen Verläufen bis zu Leberkrebs sind alle Ausprägungen möglich. Die Symptome sind oft nicht eindeutig der Hepatitis zuordenbar und äußern sich zunächst in Form von Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Oberbauchschmerzen.

Hepatitis B kann auch chronisch verlaufen

Bei mehr als 90 % der erkrankten Erwachsenen heilt die Hepatitis B vollständig aus und hinter-lässt nach der Genesung eine lebenslange Immunität. Allerdings kann eine Infektion auch unbemerkt chronisch bleiben, und langfristig zu einer Leberzirrhose (Leberschrumpfung) und Leberkrebs führen. Die chronische Infektion erhöht das Risiko für die Entwicklung von Leberkrebs sogar um das Hundertfache. Weltweit leben rund 260 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis-B-Infektion, davon leben schätzungsweise 300.000 in Deutschland. Da chronische Virusträger aufgrund der langen Inkubationszeit und der unklaren Beschwerden häufig nichts von ihrer Infektion wissen, können sie das Virus unbeabsichtigt übertragen und andere damit anstecken.

Bestmöglich vor Hepatitis schützen

Gegen Hepatitis A und B gibt es seit Jahrzehnten gut verträgliche und wirksame Impfstoffe. In Deutschland gehört die Hepatitis-B-Impfung seit 1995 zu den von der STIKO (Ständige Impfkommission am RKI) empfohlenen Standardimpfungen für alle Säuglinge, Kinder und Jugendlichen. Auch für Erwachsene ist der Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen ins Ausland sollte man zusätzlich gegen Hepatitis A geimpft sein. Denn bereits im Mittelmeerraum und Osteuropa besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Hepatitis A. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral über kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel, die mit verunreinigtem Wasser gewaschen oder zu-bereitet wurden. Daher ist es sinnvoll, sich rechtzeitig vor der Reise (mindestens 5 Wochen) gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen.

Gesundheitsuntersuchung mit Leber-Screening ist beim Hausarzt möglich

Für Personen ab einem Alter von 35 Jahren ist alle drei Jahre eine Gesundheitsuntersuchung auf Kassenkosten möglich. Diese Untersuchung beinhaltet ein zusätzliches, einmaliges Screening auf die virusbedingten Leberentzündungen Hepatitis B und C. Mit dem Screening wird getestet, ob eine bislang unentdeckte Hepatitis-B- und/oder -C-Erkrankung vorliegt. Darüber hin-aus wird eine Beratung mit Impfpass-Check sowie die Impfung beim Hausarzt vorgenommen.

Informieren Sie sich vorab auf www.impfen.de oder www.fit-for-travel.de – Ihrem reisemedizinischen Service.

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