Fr. Jun 18th, 2021

Berlin (ots) –

Die finanzielle Situation der privaten Haushalte ist auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie gut und stabil. Darauf weist jetzt Kirsten Pedd, Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU), anlässlich einer neuen Trendumfrage unter den gut 500 Inkassounternehmen ihres Verbands hin.

Stückzahl neuer Forderungen unter dem Niveau von 2020

“Die Situation ist durchaus paradox. Zwar leiden viele Verbraucherinnen und Verbraucher unter den ökonomischen Folgen der Coronakrise. Aber obwohl Jobverluste oder Kurzarbeit manche Einkommen reduzieren, haben die Privathaushalte keine größeren Verschuldungsprobleme bekommen”, so Pedd. “Das ist im Inkassogeschäft deutlich spürbar. Die an unsere Mitgliedsunternehmen übergebenen Fälle haben zuletzt sogar eher abgenommen.”

Mehr als die Hälfte der Inkassounternehmen berichtet, dass die Stückzahl der an sie übergebenen Forderungen im laufenden Jahr 2021 unter dem Niveau des Jahres 2020 liegt. Auch das Forderungsvolumen, also die Geldwertsumme, die Gläubigerinnen und Gläubiger insgesamt zur Einziehung an die Rechtsdienstleister weiterreichen, ist leicht rückläufig, wie 42 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen angeben. Fast genauso viele – 39 Prozent – sagen, das an sie übergebene Forderungsvolumen an offenen Rechnungen verändere sich derzeit kaum.

Viele Verbraucher haben in der Krise eine Entschuldung geschafft

“Viele Menschen haben die pandemiebedingt eingesparten Konsumausgaben in eine Entschuldung gesteckt und konnten sich so konsolidieren”, berichtet Kirsten Pedd. Hier konnten Inkassounternehmen oft zu einer Lösung beitragen. Ein wichtiges Instrument dafür ist das Gewähren von Ratenzahlungsmöglichkeiten. Aktuell kommt es vermehrt zum Einsatz, wie 52 Prozent in der Umfrage bestätigen. “Ratenzahlungen sind sinnvoll, um langfristige Lösungen mit den Betroffenen zu erzielen”, so Pedd.

Wenn private Schuldner derzeit nicht leisten können, ist laut Angaben von 73 Prozent der Inkassounternehmen des BDIU Kurzarbeit der Hauptgrund. Auch durch die Corona-Krise ausgelöste vorübergehende Liquiditätsengpässe (69 Prozent) beeinträchtigen die private Rechnungstreue. “Immerhin liegen in diesen Fällen keine nachhaltigen finanziellen Probleme vor. Individuell angepasste Zahlungsvereinbarungen und kurzfristige Aufschübe spielen im Inkasso seit Ausbruch der Pandemie eine größere Rolle. Damit kommen wir Menschen entgegen, die wegen der wirtschaftlichen Einschränkungen lediglich temporär weniger Geld zur Verfügung haben”, so Kirsten Pedd.

Da nur die wenigsten Forderungen nach der ersten Mahnung eines Inkassounternehmens beglichen werden, bedeutet die Krise kurzfristig mehr Aufwand für die Rechtsdienstleister. Zudem meldet jedes dritte Inkassounternehmen, dass Schuldner jetzt zögerlicher auf Erstanschreiben reagieren.

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Über den News8 Autor: News8Redaktion

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