Mi. Okt 2nd, 2024

Berlin (ots) – Bunte Stoffe leuchten von den Regalen, blau und pink, türkis, orange und grau, gepunktet, gemustert oder uni. Wohlgeordnet liegen sie in Stapeln auf den Regalen. Darüber reihen sich Muster von Hemden – dezent einfarbig, vornehm gestreift oder mit wilden Mustern. Schürzen, Kittel und Hosen liegen in nächsten Raum, fertig zum Transport.

Alles ist aus usbekischer Baumwolle hergestellt. Mit Baumwolle aus der Region wird zunächst Baumwollstoff und dann Kleidung hergestellt. In der neuen Fabrik in Muynak haben vor wenigen Monaten 700 Menschen eine neue Arbeit gefunden.

Früher verkaufte Usbekistan die Rohbaumwolle ins Ausland. Dort wurde sie verarbeitet und dann weiterverkauft. Heute bleibt die Wertschöpfungskette der Baumwolle im Land. Wie in dieser Fabrik am Aralsee, so soll es auch in anderen Regionen von Usbekistan gehen.

Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie der neue Präsident Shavkat Mirziyoyev mit seiner Regierung neue Wege geht, Räume schafft für Marktwirtschaft, Reformen umsetzt und mit Investitionen und Ideen die Wirtschaft der Landes auf neuen Kurs bringt. In der Aral-See Region wurden bereits einige Projekte umgesetzt und vielversprechende Rahmenbedingungen geschaffen, damit weitere Vorhaben ihren Weg in das Gebiet rund um den Aral-See finden.

Fischer fangen keine Fische mehr und ihre Schiffe rosten in der Wüste. Der Aralsee ist fast völlig verschwunden. Eine Region so groß wie ganz Bayern ist ausgetrocknet und verwüstet. Gerade noch 10 Prozent der Wasserfläche sind geblieben. Die frühere Hafenstadt Muynak liegt heute 80 km vom Ufer des Aralsees entfernt. Sand, der einst am Boden des Sees lag, treibt heute hunderte Kilometer über die Wüste. Wo der Sandsturm weht, hüllt er die Umgebung in dichten, gelben Nebel. Wie es dazu kam? Intensiver Anbau von Baumwolle, sorgloser Umgang mit knappem Wasser und der Klimawandel scheinen die wichtigsten Gründe.

Weil Menschen eine neue Lebensgrundlage brauchen und das ganze Gebiet rund um den Aralsee vor großen Herausforderungen steht, hatte Präsident Mirziyoyev die internationale Gemeinschaft eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen. Der Aufruf vom Präsidenten Usbekistans ging in alle Welt – zur UN, der UNDP und weiteren internationalen Organisationen. Unter Schirmherrschaft der UN und der UNDP kamen im Oktober 2019 rund 300 Experten aus aller Welt nach Nukus. Wissenschaftler und Experten, Minister und Abgeordnete hielten Vorträge und berieten sich. Seitdem sind viele neue Ideen entstanden.

Es ist eine gigantische Aufgabe: für Usbekistan, für Kasachstan, für die Region Zentralasien – und die Aufgabe hat sogar globale Aspekte. Denn der Klimawandel hat erheblich zu der heutigen Lage beigetragen. Auf der 72. und 75. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen bekräftigte Präsident Mirziyoyev, dass die Krise um den Aralsee gemeinsam gelöst werden muss.

Auch in Usbekistan hat sich im Zusammenhang mit den verschärften globalen Umweltproblemen schrittweise ein neues Bewusstsein für Natur, Umwelt und Klima entwickelt. Jetzt werden Maßnahmen getroffen. Themen wie Umweltschutz und rationelle Nutzung natürlicher Ressourcen haben Einzug in den Alltag gehalten. Die Luftverschmutzung wird mit langsam steigendem Wohlstand ein Thema, das Beachtung findet. Wasser ist schon seit Jahren ein knappes Gut, an dessen effizienter Nutzung in mehreren Bereichen gearbeitet wird. Doch nationale Maßnahmen allein reichen nicht.

Deutschland unterstützt die neuen Maßnahmen mit dem Programm “Green Central Asia”, das im Januar 2020 gemeinsam mit allen fünf Staaten in Zentralasien und Afghanistan verabschiedet wurde.

Das Ausmaß der Situation am Aralsees erfordert ein gemeinsames, internationales Handeln. Am 24. August 2018 rief Präsident Mirziyoyev die Gründer des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees zusammen. Gemeinsam legten sie die Bedingungen fest, zu denen ausländische Investitionen zur Entwicklung und Einführung umweltfreundlicher Technologien in die Region kommen sollen. Wirtschaftliche, umweltfreundliche, energie- und wassersparende Technologien haben dabei Vorrang. Sie sollen den mobilen Sand am Ort halten, giftigen Aerosolstaub verringern und verhindern, dass sich die Wüste weiter ausdehnt und so Menschen aus der Region verdrängt. Gefördert werden jetzt Ökotourismus und viele weitere Maßnahmen, die für die Menschen in der Region wieder eine gesunde Lebensgrundlage schaffen.

Dazu gehört, dass die Regierung Maßnahmen getroffen hat, damit die Bevölkerung der Region sauberes Trinkwasser erhält. Zunächst sollen davon 15.000 Menschen profitieren. Neu ist auch eine Anlage zur Aufbereitung und Entsalzung von Trinkwasser mit einer Kapazität von fünf Kubikmetern Wasser pro Stunde, ein Testlauf, der weitere Investitionen nach sich ziehen könnte.

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