Sa. Apr 27th, 2024

War die Vergangenheit und Normalität so schön, dass wir sie unbedingt so zurückhaben wollen?

Covid-19 gibt uns die einmalige Chance die Welt, wie sie seit mehreren hunderten Jahren existiert, zu verändern und sogar  zu verbessern. Die Pandemie gibt uns die Möglichkeit viele Dinge in Frage zu stellen und neu zu definieren. Wir müssen uns der neuen Realität anpassen. Covid-19 sollte uns dazu bringen verschiedenste Begrifflichkeit neu anzuordnen. Begriffe, wie

  • Menschenrechte
  • Umwelt
  • Demokratie
  • Freiheit
  • Schule
  • Studium
  • Geschlechter
  • Beziehungen
  • Familie
  • Sexualität
  • Beruf
  • Spaß
  • Spiritualität

Diese Begriffe, definieren Menschen je nach Zeitalter so, wie sie am besten in ihr Konzept passen. Doch es ist an der Zeit sich neu zu orientieren. Das Internet hat unser Leben bereits großflächig verändert. Dennoch stehen uns weitere tiefgreifende Veränderungen noch bevor und wir können uns nicht dagegen wehren oder uns ihnen widersetzen.

Immer mehr Menschen wollen so schnell wie möglich ihr altes Leben und ihre alten Gewohnheiten zurückhaben. Sie wollen das so sehr, dass sie die Gefahr, die von Covid-19-Viren ausgeht, welche immer ansteckender werden, immer mehr in Kauf zu nehmen scheinen.

Zurück zur Normalität?

„Alles muss wieder normal werden“, schreien die einen, „zurück zur Normalität“, rufen die anderen. War diese Normalität so erfüllend, dass wir sie so haben wollen, wie sie bisher war? Waren wir wirklich glücklich? Haben wir so viel Spaß gehabt, haben wir jeden Tag Freunde getroffen, waren die Familienmitglieder so eng vernetzt, dass sie sich jede Woche gesehen haben? War der Job, der Alltag, das Familienleben so stressfrei, dass wir heute so süchtig davon sind und so schnell wie möglich wieder jeden Tag zur Arbeit fahren/gehen wollen? Waren wir sexuell so ausgeglichen, dass wir heute so leiden, wenn der Sex fehlt? Haben wir so viel gemacht mit unseren Kindern, dass uns nun so langweilig ist? Haben wir so viel Sport gemacht und nun vergammeln wir, weil es kaum noch Bewegung gibt?

Hatten wir einen so aktiven, gesunden, abwechslungsreichen Lebensstil, dass wir es heute als monoton empfinden, weil wir zu viel vor dem Fernseher sitzen und die ganze Zeit in Internet surfen? Waren die zu vielen Autos, das übermäßige Shopping und die dadurch starke Umweltverschmutzung so gesund, dass wir diese wieder zurückhaben wollen? Sindwir in unserer Ehe so glücklich gewesen, dass wir heute, wegen Covid-19 so leiden? Waren wir sexuell so aktiv, dass wir heute frustriert sind, weil es angeblich kaum noch Intimität gibt? Sind wir so frei gewesen, dass wir wann und wo wir wollten, das sagen konnten, was wir dachten? Konnten wir unsere Gedanken frei formulieren ohne dafür gemobbt zu werden, den Job zu verlieren oder aus einem Verein herausgeworfen zu werden?

Sind wir doch mal ehrlich…

Für die meisten Menschen, die heute die Vergangenheit unverändert und „unverbessert“ zurückhaben wollen, war die Normalität, das Leben vor Covid, weniger glücklich als heute. Die Normalität brachte für viele sämtliche Probleme mit sich, wie:

  • Stress
  • Druck
  • Unzufriedenheit
  • sexuelle Frustration
  • psychische Beschwerden
  • Ängste
  • Depressionen
  • Sucht
  • Zwänge
  • Unsicherheit
  • Krankheit

Ein Beispiel ist die Beziehung: Müssen wir heute immer noch so Beziehungen führen wie sie vor 2000 Jahren durch verschiedene religiöse Strömungen durchgesetzt wurden? Sollen Ehen, so wie sie heute definiert sind und ausgelebt werden, weiter die Basis einer glücklichen Familie bilden? Dort, wo man sich am besten entfaltet? Ist die Treue, angesichts der zahlreichen Möglichkeiten durch das Internet, etwas, woran wir uns halten sollten? Meine Meinung ist „nein“. Viele dieser Dinge, wie sie heute ausgelebt werden, sind veraltet und schaffen es immer weniger den Menschen glücklich zu machen. Die typische „Ein Mann und eine Frau“-Beziehung ist, so kann man sagen, gescheitert. Wir können als Beweis die hohen Trennungsraten sehen. Menschen wollen mehr Freiheit, mehr Individualität, mehr Vielfalt. Covid-19 wäre die Chance dafür.

Die Demokratie und Freiheit müssen neuen Anlauf nehmen. So wie sie sie jetzt sind, erfüllt uns nicht mehr. Diese Begriffe werden nun fast nur noch benutzt, um Menschen zu manipulieren, ruhig zu stellen und ihre Rechte zu schneiden.

Covid hilft uns dabei, uns das erste Mal endlich uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Es fehlen die Faktoren, die uns im Alltag vernebelt haben (Restaurant, Freudenhäuser, Kino, etc.) und somit haben wir die Möglichkeit uns mit uns selbst zu beschäftigen. Das ist das, was der Menschen am meisten hasst, sich selbst ständig in einem Spiegel zu sehen. Wir beginnen zu fragen, ob das Leben einen Sinn hat. Unser Tagesablauf scheint immer gleich und wird ermüdend: Aufstehen, aufs Klo gehen, essen, arbeiten, ein- oder zweimal im Jahr in den Urlaub gehen und weiter was? Nichts, gar nichts mehr: Altes Heim und irgendwann klopft der Tod an die Tür. Die meisten von uns wird ein Tod voller Krankheiten, Schmerzen, und Einsamkeit erwarten, der sie daran erinnern wird, wie sinnlos ihr Leben auf dieser Welt war.

Dabei gibt uns Covid die einmalige Chance. Eine Chance aufzuräumen und unsere Zukunft selbst zu gestalten. Wenn die Masse das nicht tun will, werden ein paar Menschen es für sie entscheiden und sie werden es umsetzen. Aber diesmal nicht unbedingt zu ihrem Vorteil.

 

Frohe Ostern

Ihr Dantse Dantse

 


Mehr zu Covid-19 von indayi edition gibt es hier:

Schaut euch auch Dantse Dantses Buch „Covid-19 – mehr als ein biologischer Kampf“ an.

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