Fr. Mai 24th, 2024

Lost in translation? Mehrsprachige SEO und unser täglich Sprach-Brot

Schon der erste Erfolg einer KI hat die Welt vom Hocker gehauen. Ein Computer gewann 1997 gegen den amtierenden Schachweltmeister. Man war fassungslos, dass eine Software diesen genialen Geist überholen konnte. Fakt ist, Programme sind effizienter und haben meist sogar ein Rezept für alle Eventualitäten in der Hinterhand. Chat GBT versetzt unsere Gesellschaft neuerdings in Staunen, aber auch in Panik. Doch gibt es etablierte künstliche Intelligenzen, denen die internationale Gemeinschaft schon lange ihre Worte ohne Argwohn anvertraut: Übersetzungs-Softwares wie Google Translate und DeepL. Diese KI spielt seit längerem bereits unerkannt eine gewisse Rolle in unserem Leben. Schauspieler diktieren in Filmen Texte in ihre Smartphones, die die App dem Gegenspieler dann übersetzt vorliest. Dies wird ohne Verwunderung als neuzeitliche Alltagskommunikation angesehen. Die Apps können sogar Bilder, auf die man das Smartphone richtet, erkennen und übersetzen. Den Text kann man per Sprache eingeben oder eintippen. Unglaublich, wer braucht da noch den Sprachkurs für den Urlaub in Costa Rica! Denn auch in Länder mit rudimentärem Entwicklungsstand, kann man nun ohne Wörterbuch fahren. Apps wie Google Translate sind auch offline nutzbar. Eine Reise durch den digitalen Sprachdschungel von heute!

Wie Maschinen zu Übersetzern wurden, die Geburt von Translate Apps

Es begann mit Online-Lexika, wie Leo.dict. In der weiteren Entwicklung wurden erste Translation Management Systeme (TMS) veröffentlicht, die Sätze Wort für Wort übersetzen konnten. Anschließend lernte der Computer die Satzstellung und Flexion der Wörter nach im Programm festgelegten Regeln anzupassen. Besonders in den 80er Jahren erfuhr dieser Trend einen Aufschwung. Man hoffte, mit der KI ein gewisses Qualitätsniveau zu erreichen. Den menschlichen Übersetzern auf lange Sicht den Rang abzulaufen. Die Softwareentwicklung basierte auf der Analyse mehrsprachiger Texte im Netz und der manuellen Pflege von Datenbanken – die natürlich kaum lückenlos sein konnten. Das Vorhaben, ganze Textkorpora in mehrere Sprachen zu übersetzen und diese als, zwar holprige, aber funktionierende Hilfe bei der Kommunikation zu etablieren, gelang ab den 2000er Jahren. Vorreiter auf dem digitalen Markt war, wie so oft, Google mit Google Translate. Dieses erschien 2006 auf dem globalen Bildschirm, als besonders schnelle und anpassungsfähige Software. Die neue Übersetzungs-KI wurde geboren und lag damit im Punkto Zeitaufwand und Kosten weit vor allem bisher dagewesenen – egal ob Mensch oder Computer. Heute gibt es eine Vielzahl an kostenlosen Übersetzungsprogrammen, wie DeepL, die kontinuierlich mit neuem Material gefüttert werden und in ihrer sprachlichen Treffsicherheit auf relativ hohem Niveau angesiedelt werden. Dank dieser neuronalen maschinellen Übersetzung kann mittlerweile relativ präzise übersetzt werden. Die Software vernetzt Information ähnlich dem menschlichen Gehirn. Das Ganze ist im Cyber-Kosmos nichts anderes als Mathematik. Vokabeln und Sätze werden nach gewissen Systemen aneinandergereiht. 

Fremdsprache out-gesourced: Kann DeepL die menschlichen Übersetzer komplett ersetzen?

Nimmt man das Thema genau unter die Lupe, stellt sich die Frage, ob das System Fremdsprache zukünftig ohne menschliches Zutun fehlerfrei durch Apps angewandt werden kann? Ist ein Mensch mit der KI überhaupt vergleichbar? Was die Fremdsprachenkenntnisse angeht, ist ein Vergleich gänzlich unangebracht. Wenn ein Baby seine Muttersprache lernt, geschieht dies vor allem auf Basis von Lebenserfahrung und emotionaler Bindung zu seiner Umwelt, mit der es interagieren möchte. Beim Erlernen einer Sprache verfügt die KI jedoch nicht über Weltwissen. Seine Sprachkompetenz basiert vor allem auf Statistik und einem fest in die Software eingeschriebenen Regelsystem. Dies führt leider auch dazu, dass sich die KI bei der Übersetzung von Texten schnell mal in den Worten vergreifen kann. Was der Homo sapiens gerne durch die Blume formuliert, um sich empathisch heranzutasten und sein Gegenüber emotional abzuholen, wird hier unverhohlen herausposaunt. Grundsätzlich ist das Wettrennen um die Intelligenz mit Programmen müßig. Was Perfektion und Struktur-Konformität in der Sprache angeht, werden wir mit der KI nie konkurrieren können. In Punkto sozialer Intelligenz, die sich durch Sprache ausdrückt, haben wir jedoch bessere Karten.

Schönes Programm, schlechter Output – wie gut ist die Übersetzungs-KI wirklich

Im Jahr 2020 prüfte die Stiftung Warentest 15 gängige Übersetzungs-Apps. Keine dieser kostenlosen Varianten kam über die Note befriedigend hinaus. Schon bei kürzeren Sätzen mangelte es an der Grammatik, die Übersetzungen waren teilweise Sinn entfremdet. Besonders in fachspezifischen Branchen scheitern die Übersetzungstools kläglich. Hier braucht es Fachwissen, um die Termini nicht nur generalisiert zu übersetzen. Für mehrsprachige Homepages gilt auch: Ein schlecht übersetzter Call-to-Action kann auch nach hinten losgehen! Das gleiche gilt für Produktbeschreibungen. Wer auf dem internationalen Markt verkaufen möchte, aber die falschen Details auf der Website präsentiert, wird damit keine Neukunden gewinnen. Um Unternehmen mit mehrsprachigem Content durch Branchentrends zu navigieren, erfordert es mehr als nur eine einfache Übersetzungssoftware. Besonders was Texte mit poetischem Touch angeht, stößt das Programm an seine Grenzen. Ein Gedicht oder ein Songtext ist nach der Übersetzung durch die Maschine nicht mehr wiederzuerkennen. Zwar sind manche Übersetzungsfails amüsant, aber sehr kontraproduktiv für die Kundenkommunikation: Gibt man beispielsweise bei der Übersetzung eines Homepage-Formulars die Geschlechter-Spezifizierung „divers“ auf Deutsch ein, wird man auf der englischen Seite als „Taucher“ spezifiziert. Ohne menschliche Korrektur ein fataler Fehler. Ein anderes Beispiel ist der Gebrauch des Begriffs „Public Viewing“ im englischsprachigen Raum. Dieser bezeichnet nicht, wie im Deutschen die öffentliche Verfolgung von Events auf Großleinwänden, sondern „die Aufbahrung eines Leichnams bei Beerdigungen“. Autsch! Ohne kulturelles Vorwissen von Menschen hat man mit der Übersetzungs-App also keine Chance.

Ein unaufhaltsamer Trend, mehrsprachige SEO und Content für ein internationales Publikum

Texte in mehreren Sprachversionen durchs Internet zirkulieren zu lassen, ist ein offensichtlicher Trend des digitalen Zeitalters. So schreiben und sprechen viele deutsche Promis und Influencer*innen auf ihren sozialen Kanälen grundsätzlich auf Englisch, um ein internationales Publikum zu erreichen. Dabei zeigen sie sich verletzlich und entblößen ihr komplettes Menschsein in Wort und Bild. Sprachliche Fehler werden toleriert, denn der menschliche Makel ist der Grund, warum ihre Follower jede Form von Content von ihnen aufsaugen. Die Nachfrage nach mehrsprachigem Content steigt Jahr für Jahr. Bindungen werden in unserer vernetzten Welt besonders etabliert und aufrechterhalten, wenn man Infos im Internet in seiner Muttersprache lesen kann. Dabei sollte man die englische Version des Contents nicht als den Stein der Weisen betrachten! Gerade wer in südlichen Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien den Markt erobern will, kann keine perfekten englischen Sprachkompetenzen voraussetzen. Finden User bei der Suchanfrage Infos in ihrer Landessprache, steigt die Wahrscheinlichkeit, diese als Neukunden zu gewinnen. Für ein globales Online-Marketing ist es heute unerlässlich, Content in verschiedenen Sprachen anzubieten. Nur so können Unternehmen im Google-Ranking auch in anderen Ländern aufsteigen und ihr Business über den deutschen Tellerrand hinaus betreiben. 

Mehrsprachige Websites: SEO Best Practices bei der Optimierung für verschiedene Länder 

Wer sein Ranking in anderen Ländern bei Google verbessern möchte, muss sicherstellen, dass die User auch die richtigen Seiten für ihren Standort finden. Bei internationalen Unternehmen sollte das Thema Mehrsprachigkeit Teil einer hochwertigen Content Marketing Strategie sein. Um zu vermeiden, für doppelte Inhalte von Google abgestraft zu werden, sollte deine URL einen Sprach-Indikator enthalten. Dies kann entweder als Subdomain (z.B. www.fr.content.com) oder als Unterverzeichnis (z.B. www.contend.com/fr) geschehen. Dadurch können internationale Suchmaschinen und Kunden die Sprache schon durch die URL erkennen. Abgesehen von der Optimierung der URL-Parameter in den verschiedenen Sprachen, sollte pro Seite immer nur eine Sprache gewählt werden. Eine Mischung verwirrt die Leser und auch Google. Ein wichtiger Teil deiner mehrsprachigen SEO ist die Übersetzung der Metadaten. Hier braucht es auf jeden Fall eine Person mit sehr guten Sprachkenntnissen zum Abgleich. Metadaten sind eine digitale Quintessenz deiner Webseite, bei der man sich keine Missverständnisse erlauben kann. Auch die internationale Keyword Recherche muss an die Sprache des Zielpublikums angepasst werden. Wer diese Tipps richtig umsetzt, wird für mehr organischen Traffic auf seiner Website aus anderen Ländern sorgen. Wir als Agentur übernehmen für dich gerne die Umsetzung dieser Maßnahmen, sowie die qualitativ hochwertige Übersetzung deines Contents (hier interner Link) in die Landessprachen.

Lifehack für die Zukunft: Pimp your languages! 

Weltweit schleusen Menschen von Peking bis Mexico-City täglich ihre Texte bereitwillig durch die Übersetzungs-KI. Oft ohne sich im Klaren zu sein, was für ein Kauderwelsch für die Zielgruppe in der anderen Sprache ausgespuckt wird. Im Online-Marketing ist die Kommunikation in verschiedenen Sprachen ein Must geworden, um sich auf dem globalisierten Markt behaupten zu können. Wer digital weltweit im Game mitspielen will, wird um die Übersetzung seiner Texte in verschiedenen Sprachen nicht herumkommen. Übersetzungsprogramme sind dafür gute Hilfsmittel! Eines ist jedoch sicher: Lachen kann auch die komplexeste Software nicht und wird es nie können. Folgerichtig ist jede App bei der Interpretation von Wortwitz, eines gewissen Sprachstils und kulturellem Wissen – aufgeschmissen! Der Computer kann nicht zwischen den Zeilen lesen. Das gilt vor allem für Übersetzungen mit emotionalen Botschaften. Sprachlicher Content, der unsere Aufmerksamkeit erregt oder uns schmunzeln lässt, setzt ein soziales Leben mit der Kenntnis seiner gesellschaftlichen Trophäen und Schwachpunkte voraus. Ein intensives Post-Editing durch den Menschen wird auch auf lange Sicht weiterhin vonnöten bleiben!

#internationalseo

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