Do. Okt 21st, 2021

Der Kampf rund um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz ist längst in vollem Gange. Insbesondere China und die USA liefern sich ein Wettrennen bei der Forschung, während Europa weiter hinterherhinkt. Eine neue Studie über die Expertise zum Thema zeigt, dass sich diese in den USA auf eine kleine Region konzentriert.

Das Silicon Valley dominiert auch die Forschung zu Künstlicher Intelligenz

Weniger verwunderlich hat das Silicon Valley auch hier die Nase vorne. Das
Brookings Institut untersuchte insgesamt 400 Metropolregionen nach ihrer
vorhandenen Expertise zum Thema Künstliche Intelligenz. Das Ergebnis dieser
Studie war jedoch wenig überraschend. Zwei Drittel aller Aktivitäten finden
aktuell in nur 15 Ballungsräumen statt, der Großteil davon an der Westkünste
des Landes. Lediglich zwei Regionen stachen dabei besonders hervor. Diese waren San
Francisco und San José. Hier stellten die Forscher viermal so viele Unternehmen
und Jobanzeigen fest, wie im Durchschnitt der restlichen 13 Top-Regionen.

Assistenten
navigieren uns durch das Leben

Künstliche Intelligenz ist längst in das tägliche Leben zahlreicher Menschen
eingedrungen. Bestes Beispiel dafür ist der Siegeszug des Musikstreamings. Eine
Künstliche Intelligenz analysiert das User-Verhalten und schlägt mit Hilfe
dieser Daten weitere Künstler vor. Das Prinzip hat der Online-Handelsriese
Amazon schon vor Jahren mit seinen Kaufvorschlägen entwickelt und
perfektioniert. Sprachassistenten helfen den Benutzern, sich in der digitalen
Welt zurechtzufinden. Die Navigation, das assistierte Fahren und die
punktgenaue Einblendung von Online Werbung wären ohne den Einsatz Künstlicher
Intelligenz nicht denkbar.

Selbst beim Spielen kommt diese seit längerer Zeit zum Einsatz. So
analysiert sie beispielsweise die Kundenbedürfnisse in Casinos und errechnet
automatisch die Gewinnwahrscheinlichkeiten. Ein Slot mit fünf Walzen hat zum Beispiel 243
verschiedene Möglichkeiten
, Gewinne auszuschütten. Welches Symbol wann und
wo erscheint, errechnet längst ein Algorithmus. Künstliche Intelligenz kann
sogar in einem Smart Home automatisch
Kaffee kochen
und die Lichtverhältnisse automatisch der Tageszeit anpassen.
Die Anwendungsmöglichkeiten sind scheinbar endlos und vieles davon wird in den
nächsten Jahren verstärkt im täglichen Leben Einzug halten.

Expertise und
Finanzkraft ergeben Innovation

Daher verwundert es nicht, dass ausgerechnet jene Region führend in der
Forschung zum Thema Künstliche Intelligenz ist, die schon für die erste
digitale Revolution verantwortlich war. Schließlich haben hier Google, Facebook
und Apple ihren Firmensitz und profitieren von der geballten Ansammlung
an Fachkräften und Risiko-affinen Investoren. Sie sind es auch, die junge
Start-ups finanzieren und so Innovation möglich machen.

Im Silicon Valley befinden sich schließlich nicht nur die führenden
Universitäten auf diesem Gebiet, sondern auch zahlreiche Konzerne, die intensiv
zum Thema forschen. Die geballte Kraft der Universitäten von Stanford und
Berkeley, sowie der Forschungsdrang von Facebook, Google, NVIDIA oder
Salesforce ergibt eine Mischung, die diese Region auf die Überholspur gebracht
hat. Doch die Wissenschaftler sehen diese Entwicklung durchaus kritisch.

Das Silicon Valley dominiert auch die Forschung zu Künstlicher Intelligenz

Die Dominanz könnte
zulasten der Vielfalt gehen

Das Innovationsökosystem der Westküste hat zur erfolgreichen Anwendung
Künstlicher Intelligenz geführt. Nirgends sonst gibt es so hohe
Patentierungsraten wie hier. Doch das birgt die Gefahr eines Tunnelblicks. Laut
den Autoren der Studie könnte zu einer Überkonzentration und damit zu einem
Verlust an Vielfalt kommen. Daher empfehlen sie den Ausbau der Aktivitäten auch
in anderen Regionen. Schließlich sei die Künstliche Intelligenz in der Lage,
eine neuerliche digitale Revolution auszulösen.

Doch noch wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Das beweist eine kürzlich
getroffene Entscheidung eines US-Gerichts. Dieses wies den Antrag ab, ein
Patent zuzulassen, das von einer Künstlichen Intelligenz geschaffen wurde. In
der Begründung wies die Richterin darauf hin, dass
hier ein Schöpfer Voraussetzung sei
. Eine Künstliche Intelligenz könne man
rechtlich betrachtet jedoch nicht als solchen bezeichnen. Das amerikanische
Patentgesetz verlange schließlich ein Individuum und Unternehmen würden nicht
als Schöpfer von Patenten zugelassen.

Unterdessen dringt Künstliche Intelligenz immer mehr in Kernbereiche der
Wirtschaft vor. Mit dem Ausbau nachhaltiger Energieträger steigt die Gefahr von
Blackouts in den Stromnetzen. In Deutschland ist schließlich immer
noch Kohle der wichtigste Energieträger
. Zuletzt war dafür das windarme
Frühjahr verantwortlich.

Denn nur an sonnenverwöhnten Tagen im Sommer können beispielsweise
Solaranlagen jede Menge Strom in die Netze einspeisen. Fällt dieser weg, müssen
die Stromversorger Reserven aktivieren. Damit diese Prozesse nicht zu Störungen
in den sensiblen Stromnetzen führen, setzen die Betreiber vermehrt auf den Einsatz
Künstlicher Intelligenz. Diese macht die Wetterprognosen zuverlässiger und
sorgt so für noch mehr Versorgungssicherheit in Deutschland.

 

 

 

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